Archive for Feber, 2025

22Feb

Streetfotografie: Es kommt nicht auf die Kamera an!

Hallo zusammen! Auch wenn sich mein YouTube-Kanal vor allem um Naturfotografie dreht, interessiere ich mich genauso für andere fotografische Genres: Porträts, Produktfotografie, Stadtfotografie und eben auch Streetfotografie. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass Streetfotografie und Stadtfotografie oft miteinander verwechselt werden. Zwar wirken viele Streetfotos spontan und einfach, doch in Wahrheit erfordern sie viel Übung und einen geschulten Blick. Ich fotografiere gerne auf der Straße, aber es gibt diese innere Stimme, die mir zuflüstert, dass ich nicht die „richtige“ Ausrüstung dafür habe. Und das ist merkwürdig, denn in einem meiner Videos habe ich selbst betont, dass gute Fotos nicht von der Kamera abhängen. Trotzdem beschleicht mich bei der Streetfotografie das Gefühl, dass eine spezielle Kamera notwendig sei.

Und genau hier kommt die Leica ins Spiel.

Leica – Ikone der Streetfotografie

Wenn es um Streetfotografie geht, denken viele sofort an Leica. Vor über 100 Jahren entwickelte Leica die erste kompakte Kamera, mit der man unauffällig auf der Straße fotografieren konnte – ein echter Meilenstein. Besonders die Leica M, eine klassische Messsucherkamera, gilt als das Sinnbild für Streetfotografie. Aber ist sie wirklich alternativlos?

Persönlich kann ich mit der Leica M nicht viel anfangen. Der Messsucher liegt mir nicht, und der Preis… Nun, selbst mit einem Lottogewinn würde ich mein Geld anders investieren. Dann gibt es noch die Leica Q – eine Kamera, die quasi nach dem Motto funktioniert: „Man kauft ein Objektiv und bekommt die Kamera gratis dazu.“ Aber auch hier gibt es einen Haken: Während das Objektiv langfristig hochwertig bleibt, wird die Kamera irgendwann technisch überholt sein. Und dann ist da noch die Leica D-Lux 8, die Falk Frassa in einem seiner Podcasts vorgestellt hat – kompakt, praktisch, aber dennoch nicht das perfekte Gesamtpaket für mich.

Warum ist die Leica so begehrt?

Was also macht die Faszination der Leica aus? Warum schwören so viele Fotografen auf den „Leica-Look“? Es geht weniger um die Technik als um das Gefühl, das diese Kameras vermitteln – um die Art und Weise, wie man mit ihnen sieht und fotografiert. Besonders in den Arbeiten der Magnum-Fotografen sieht man diesen besonderen Stil. Doch bei näherem Hinsehen fällt auf: Viele dieser Bilder spielen mit Bewegungsunschärfe, geringer Tiefenschärfe oder Licht-Schatten-Kontrasten – alles Effekte, die ich auch mit meiner Canon EOS R erzielen kann. Die entscheidende Frage ist nicht, welche Kamera man nutzt, sondern wie man mit ihr arbeitet.

Geschwindigkeit ist der Schlüssel

Ein Aspekt, den ich jedoch nicht unterschätzen will, ist die Geschwindigkeit. In der Streetfotografie muss oft blitzschnell reagiert werden, und selbst der beste Autofokus kann manchmal zu langsam sein. Hier kommt eine Technik ins Spiel, die seit Jahrzehnten bewährt ist: der Zonenfokus.

Beim Zonenfokus stellt man die Kamera so ein, dass ein bestimmter Bereich automatisch scharf ist – ganz ohne Autofokus. Ein Beispiel: Mit Blende 5,6 kann ich die Schärfentiefe auf etwa 1 bis 4 Meter festlegen und bin dann in der Lage, den Moment ohne Verzögerung einzufangen. Kein Fokussieren, kein Warten – einfach abdrücken.

Meine Lösung: Ein manuelles Objektiv

Um diese Technik optimal zu nutzen, habe ich mir ein kleines, manuelles Objektiv von PerGear zugelegt. Es ist kompakt, erlaubt die manuelle Einstellung von Blende und Fokus und gibt mir genau die Kontrolle, die ich für Streetfotografie brauche. Mit einem Preis von nur 160 Euro ist es zudem eine günstige Möglichkeit, meine Ausrüstung gezielt zu erweitern.

Wie schlägt sich dieses Objektiv an meiner Canon EOS R? Erstaunlich gut! Es sieht in Silber nicht nur stilvoll aus, sondern lässt sich auch angenehm bedienen. Dank Fokus-Peaking kann ich sicherstellen, dass ich immer den richtigen Fokus treffe. Das Fotografieren macht mit diesem Setup einfach Spaß – und darauf kommt es letztlich an.

Fazit

Braucht man also eine Leica für Streetfotografie? Nein. Was wirklich zählt, ist nicht die Kamera, sondern die Art und Weise, wie man fotografiert. Ein guter Blick, schnelle Reaktionen und das Verständnis für Licht und Komposition sind weitaus wichtiger als das Logo auf der Kamera.

Ich freue mich darauf, weiter mit meinem Setup zu experimentieren. Was haltet ihr von manuellen Objektiven und Zonenfokus in der Streetfotografie? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

01Feb

Was mich an jeder Kamera nervt: Ein kleines Detail mit großer Wirkung

Kameras sind hochentwickelte Werkzeuge, mit denen Fotografen die Welt in all ihren Facetten festhalten können. Doch trotz ihrer ausgeklügelten Technik gibt es einen Konstruktionsfehler, der mich immer wieder stört – vor allem bei größeren Spiegelreflex- und spiegellosen Systemkameras. Vielleicht fällt er bei kleinen Kompaktkameras weniger ins Gewicht, aber sobald man eine größere Kamera mit einem schweren Objektiv trägt, wird er unübersehbar.

Der Konstruktionsfehler: Die falsche Position der Gurtbefestigung

Das Problem liegt in der Platzierung der Gurtösen. Ich trage meine Kamera oft mit einem Gurt – sowohl freihändig als auch in Kombination mit einem Stativ. Doch sobald ich die Kamera umhänge, zeigt das Objektiv nach außen – genau der Teil der Kamera, der am empfindlichsten und teuersten ist.

In einer Menschenmenge, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Wandern im Wald ist das nicht ideal. Ich möchte nicht, dass mein Objektiv an Menschen, Ästen oder anderen Hindernissen entlangstreift. Stattdessen wäre es sinnvoller, wenn die Kamera so hängt, dass das Objektiv nah am Körper bleibt und geschützt ist.

Die naheliegende, aber unpraktische Lösung

Mein erster Gedanke war, die Kamera einfach umgekehrt zu tragen, sodass das Objektiv nach innen zeigt. Das löste zwar das Problem des Schutzes, brachte aber ein neues: Jedes Mal, wenn ich die Kamera zum Fotografieren anhebe, hängt mir der Gurt im Weg. Ein schneller, intuitiver Zugriff ist so kaum möglich – also keine wirkliche Lösung.

Industrielle Lösungen – und warum sie für mich nicht funktionieren

Ich bin offenbar nicht der Einzige, der sich mit diesem Problem beschäftigt. Hersteller wie Peak Design bieten Adapter an, die die Gurtbefestigung an das Stativgewinde der Kamera verlagern. Damit hängt die Kamera kopfüber, das Objektiv bleibt geschützt, und die Handhabung verbessert sich etwas.

Doch auch diese Lösung hat Nachteile. Wenn die Kamera nur an einem einzigen Punkt unten befestigt ist, baumelt sie instabil und kippt beim Tragen hin und her. Für mich war das keine zufriedenstellende Lösung.

Meine Lösung: Modifikation des L-Brackets

Da ich häufig mit einem L-Bracket arbeite – einer Halterung, die mir schnelle Wechsel zwischen Hoch- und Querformat ermöglicht – kam mir eine Idee: Warum nicht das L-Bracket anpassen und dort eine eigene Gurtbefestigung integrieren?

Auf einer Seite meines Brackets befand sich bereits eine Öse. Also habe ich auf der anderen Seite vorsichtig ein kleines Loch gebohrt, um eine weitere Befestigung anzubringen. Nun kann ich meinen Kameragurt sicher an der Unterseite der Kamera befestigen.

Das Ergebnis: Mehr Schutz, mehr Komfort

Durch diese Modifikation hängt die Kamera stabiler, das Objektiv bleibt geschützt, und das Tragegefühl ist deutlich angenehmer. Besonders bei längeren, schwereren Objektiven merke ich den Unterschied: Sie stoßen nicht mehr so leicht an Hindernisse, und die Kamera liegt insgesamt ruhiger am Körper.

Selbst bei kürzeren Objektiven schätze ich es, dass sich die Rückseite der Kamera nach außen richtet, anstatt dass mein Objektiv ungeschützt heraushängt.

Fazit

Für mich ist die Position der Gurtbefestigung ein Konstruktionsfehler, den viele vielleicht gar nicht bemerken – bis sie in Situationen kommen, in denen der Schutz der Kamera entscheidend wird. Meine Lösung, das L-Bracket zu modifizieren, bietet mir mehr Sicherheit und Flexibilität, ohne dass ich beim Fotografieren Kompromisse eingehen muss.

Wie seht ihr das? Stört euch die Standardbefestigung von Kameragurten ebenfalls? Und wie findet ihr meine Lösung? Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Ideen!

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