Streetfotografie: Es kommt nicht auf die Kamera an!
Hallo zusammen! Auch wenn sich mein YouTube-Kanal vor allem um Naturfotografie dreht, interessiere ich mich genauso für andere fotografische Genres: Porträts, Produktfotografie, Stadtfotografie und eben auch Streetfotografie. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass Streetfotografie und Stadtfotografie oft miteinander verwechselt werden. Zwar wirken viele Streetfotos spontan und einfach, doch in Wahrheit erfordern sie viel Übung und einen geschulten Blick. Ich fotografiere gerne auf der Straße, aber es gibt diese innere Stimme, die mir zuflüstert, dass ich nicht die „richtige“ Ausrüstung dafür habe. Und das ist merkwürdig, denn in einem meiner Videos habe ich selbst betont, dass gute Fotos nicht von der Kamera abhängen. Trotzdem beschleicht mich bei der Streetfotografie das Gefühl, dass eine spezielle Kamera notwendig sei.
Und genau hier kommt die Leica ins Spiel.
Leica – Ikone der Streetfotografie
Wenn es um Streetfotografie geht, denken viele sofort an Leica. Vor über 100 Jahren entwickelte Leica die erste kompakte Kamera, mit der man unauffällig auf der Straße fotografieren konnte – ein echter Meilenstein. Besonders die Leica M, eine klassische Messsucherkamera, gilt als das Sinnbild für Streetfotografie. Aber ist sie wirklich alternativlos?
Persönlich kann ich mit der Leica M nicht viel anfangen. Der Messsucher liegt mir nicht, und der Preis… Nun, selbst mit einem Lottogewinn würde ich mein Geld anders investieren. Dann gibt es noch die Leica Q – eine Kamera, die quasi nach dem Motto funktioniert: „Man kauft ein Objektiv und bekommt die Kamera gratis dazu.“ Aber auch hier gibt es einen Haken: Während das Objektiv langfristig hochwertig bleibt, wird die Kamera irgendwann technisch überholt sein. Und dann ist da noch die Leica D-Lux 8, die Falk Frassa in einem seiner Podcasts vorgestellt hat – kompakt, praktisch, aber dennoch nicht das perfekte Gesamtpaket für mich.
Warum ist die Leica so begehrt?
Was also macht die Faszination der Leica aus? Warum schwören so viele Fotografen auf den „Leica-Look“? Es geht weniger um die Technik als um das Gefühl, das diese Kameras vermitteln – um die Art und Weise, wie man mit ihnen sieht und fotografiert. Besonders in den Arbeiten der Magnum-Fotografen sieht man diesen besonderen Stil. Doch bei näherem Hinsehen fällt auf: Viele dieser Bilder spielen mit Bewegungsunschärfe, geringer Tiefenschärfe oder Licht-Schatten-Kontrasten – alles Effekte, die ich auch mit meiner Canon EOS R erzielen kann. Die entscheidende Frage ist nicht, welche Kamera man nutzt, sondern wie man mit ihr arbeitet.
Geschwindigkeit ist der Schlüssel
Ein Aspekt, den ich jedoch nicht unterschätzen will, ist die Geschwindigkeit. In der Streetfotografie muss oft blitzschnell reagiert werden, und selbst der beste Autofokus kann manchmal zu langsam sein. Hier kommt eine Technik ins Spiel, die seit Jahrzehnten bewährt ist: der Zonenfokus.
Beim Zonenfokus stellt man die Kamera so ein, dass ein bestimmter Bereich automatisch scharf ist – ganz ohne Autofokus. Ein Beispiel: Mit Blende 5,6 kann ich die Schärfentiefe auf etwa 1 bis 4 Meter festlegen und bin dann in der Lage, den Moment ohne Verzögerung einzufangen. Kein Fokussieren, kein Warten – einfach abdrücken.
Meine Lösung: Ein manuelles Objektiv
Um diese Technik optimal zu nutzen, habe ich mir ein kleines, manuelles Objektiv von PerGear zugelegt. Es ist kompakt, erlaubt die manuelle Einstellung von Blende und Fokus und gibt mir genau die Kontrolle, die ich für Streetfotografie brauche. Mit einem Preis von nur 160 Euro ist es zudem eine günstige Möglichkeit, meine Ausrüstung gezielt zu erweitern.
Wie schlägt sich dieses Objektiv an meiner Canon EOS R? Erstaunlich gut! Es sieht in Silber nicht nur stilvoll aus, sondern lässt sich auch angenehm bedienen. Dank Fokus-Peaking kann ich sicherstellen, dass ich immer den richtigen Fokus treffe. Das Fotografieren macht mit diesem Setup einfach Spaß – und darauf kommt es letztlich an.
Fazit
Braucht man also eine Leica für Streetfotografie? Nein. Was wirklich zählt, ist nicht die Kamera, sondern die Art und Weise, wie man fotografiert. Ein guter Blick, schnelle Reaktionen und das Verständnis für Licht und Komposition sind weitaus wichtiger als das Logo auf der Kamera.
Ich freue mich darauf, weiter mit meinem Setup zu experimentieren. Was haltet ihr von manuellen Objektiven und Zonenfokus in der Streetfotografie? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!