Warum ich mich gegen die analoge Fotografie entschieden habe
In den letzten Jahren hat die analoge Fotografie auf YouTube und in zahlreichen Blogs eine regelrechte Renaissance erlebt. Viele Fotografen schwärmen davon, wie das Fotografieren mit Film den Blick für das Wesentliche schärft, die eigene Entwicklung fördert und durch technische Beschränkungen die Kreativität auf besondere Weise anregt. Manche sind überzeugt, dass der analoge Prozess die Wahrnehmung intensiviert und ein bewussteres Fotografieren ermöglicht.
Doch nach reiflicher Überlegung und eigenen Erfahrungen habe ich mich bewusst dagegen entschieden – und mich klar für die Digitalfotografie ausgesprochen.
Meine Geschichte mit der analogen Fotografie
Zunächst möchte ich betonen: Ich habe absolut nichts gegen analoge Fotografie. Im Gegenteil – meine eigene fotografische Reise begann in den 80er Jahren mit einer Polaroidkamera, später einer Konica Klick und schließlich meiner ersten Spiegelreflexkamera, einer Yashica FX70. Diese Kamera besitze ich noch heute und hänge sehr an ihr. Auch andere alte Technologien wie Plattenspieler oder Kassettendecks faszinieren mich nach wie vor.
2020, während des ersten Lockdowns, entschied ich mich, meine alte Leidenschaft für analoge Fotografie wieder aufleben zu lassen. Ich kaufte eine gebrauchte Canon EOS 5 – eine Kamera aus den frühen 90ern, die für ihre Zeit schon sehr fortschrittlich war. Sie wurde sogar für den berühmten Bullet-Time-Effekt im Film Matrix verwendet. Mein Ziel war nicht, die Kamera nur als Sammlerstück zu besitzen, sondern sie aktiv zu nutzen.
Die Herausforderungen der analogen Fotografie
Doch schnell merkte ich, wie ungewohnt es war, ohne Display zu fotografieren. Nach Jahren mit digitalen Kameras fiel es mir schwer, kein sofortiges Feedback zu haben. Jeder Auslöserdruck fühlte sich an, als würde ich eine begrenzte Ressource verbrauchen – was das Fotografieren zwar verlangsamte, aber nicht unbedingt verbesserte.
Das größte Problem war für mich jedoch der Entwicklungsprozess. Ich musste meine Filme an ein Labor schicken, was oft mehrere Wochen dauerte. Für viele ist diese Wartezeit Teil des Reizes – für mich war sie frustrierend. Häufig war die Erinnerung an den Moment lebendiger als das tatsächliche Ergebnis. Wenn ein Bild nicht meinen Erwartungen entsprach, war die Enttäuschung umso größer. Zudem störte mich der ökologische Fußabdruck: Filme verbrauchen echte Ressourcen, und viele Aufnahmen landen letztlich doch im digitalen Archiv.
Warum ich mich für Digitalfotografie entschieden habe
Für mich fühlte sich die analoge Fotografie zunehmend unbefriedigend an. Die Entwicklung und Digitalisierung eines Films war aufwendig, und selbst hochwertige Scans konnten nie die Qualität einer digitalen RAW-Datei erreichen. Die Nachbearbeitung war eingeschränkt, und die kreative Freiheit, die ich an der Digitalfotografie so schätze, fehlte mir.
Trotz all dieser Nachteile liebe ich es, alte Kameras in die Hand zu nehmen und gelegentlich einen Film zu belichten – einfach aus Nostalgie. Doch wenn es ums eigentliche Fotografieren geht, habe ich mich klar für die digitale Technik entschieden. Sie ist für mich nicht nur praktischer, sondern auch kreativer: Ich kann sofort sehen, wie ein Bild aussieht, Fehler korrigieren, experimentieren und meine Technik direkt auswerten.
Deshalb trenne ich mich nun endgültig von meiner analogen Ausrüstung. Manchmal ist es einfach an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen – und für mich bedeutet das, mich voll und ganz auf die Digitalfotografie zu konzentrieren.
Wie seht ihr das?
Schwimmt ihr mit dem analogen Trend oder seid ihr – wie ich – überzeugte Digitalfotografen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare!