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04Jun

Die Kraft der Frage: Warum fotografieren wir?

Ein sonniger Tag am See im Salzkammergut – der perfekte Ort, um neue fotografische Ideen auszuprobieren. Doch anstatt einfach die Kamera zu zücken und wie gewohnt ein paar Aufnahmen zu machen, habe ich beschlossen, meinen fotografischen Ansatz zu hinterfragen. Wie entstehen eigentlich meine Motive? Und könnte ein anderer Denkansatz meine Bilder verändern?

Die gewohnte Herangehensweise

Normalerweise beginnt meine fotografische Reise mit der Frage: „Was möchte ich fotografieren?“ Das kann eine Kutsche sein, eine versteckte Höhle oder eine beeindruckende Kirche. Danach folgt das „Wie“: die passende Kameraausrüstung, die Tageszeit, die Einstellungen. Manchmal gibt es auch ein „Warum“, aber oft bleibt diese Frage eher im Hintergrund.

Doch kürzlich bin ich auf ein Buch gestoßen, das einen anderen Ansatz vorschlägt: Die Reihenfolge der Fragen umdrehen. Beginnen mit dem „Warum“.

Warum vor Was – ein neuer Denkansatz

Warum möchte ich diesen See fotografieren? Was bedeutet dieser Ort für mich? Mit diesen Fragen verlagert sich der Fokus von der äußeren Welt auf mein Inneres. Meine Emotionen, Erinnerungen und Assoziationen werden Teil des Bildes. Der See ist für mich nicht nur eine malerische Landschaft, sondern ein Ort der Freiheit, ein Platz zum Träumen und Nachdenken. Die Erinnerung an heiße Sommertage, das leise Plätschern des Wassers, der Geruch von feuchtem Ufergestein – all das sind Empfindungen, die ich in meine Bilder einfließen lassen möchte.

Das „Wie“ aus dem „Warum“ ableiten

Wenn ich mit dem „Warum“ beginne, ergeben sich völlig neue fotografische Möglichkeiten. Anstatt ein klassisches Postkartenmotiv zu schießen, experimentiere ich mit Techniken, die meine Empfindungen unterstreichen:

  • Makrofotografie: Nahaufnahmen von Steinen, nassen Blättern oder dem Uferkies, um die taktile Qualität des Ortes einzufangen.
  • ICM (Intentional Camera Movement): Verwischte, abstrakte Bilder, die die Bewegung des Wassers und die Lichtstimmung einfangen.
  • Orton-Effekt: Eine Technik, die der Szene einen weichen, verträumten Look verleiht und die Stille sowie die fast magische Atmosphäre des Sees betont.

Durch diesen neuen Ansatz wird meine Fotografie persönlicher. Die Bilder sind nicht mehr nur eine Abbildung der Landschaft, sondern eine Interpretation meiner Gefühle und Erinnerungen.

Fazit

Der Perspektivwechsel – vom „Was“ zum „Warum“ – hat meine Herangehensweise verändert. Ich lade dich ein, das selbst auszuprobieren: Frage dich bei deinem nächsten Fotoprojekt zuerst, warum du ein bestimmtes Motiv festhalten möchtest. Die Antwort darauf wird deine Bilder einzigartiger machen – denn sie kommen nicht nur aus der Kamera, sondern aus dir selbst.

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